Evaluierungsbericht 2009
Insgesamt wurden 567 Schülerinnen aus 15 Schulen im Rahmen des Programms FIT und SICHER getestet. Die Schülerinnen sind zwischen 11 und 19 Jahre alt, das Durchschnittsalter ist 14 Jahre. Die teilnehmenden Schülerinnen zeigten nach dem Selbstverteidigungstraining sowohl im motorisch-koordinativen Bereich als auch im Selbstbewusstsein statistisch hochsignifikante Verbesserungen.
Motorisch-koordinative Verbesserungen
Alle Schülerinnen zeigen deutliche Verbesserungen zwischen 1. und dem 2. Lauf. Die Altersgruppe der 13-14jährigen Schülerinnen ist sowohl im 1. als auch im 2. Lauf am schnellsten, verbessert sich aber insgesamt wenig, ebenso wie die ältesten Schülerinnen zwischen 17-19 Jahren. Diese sind in beiden Läufen relativ langsam und zeigen auch geringe durchschnittliche Verbesserung. Den größten Leistungszuwachs zeigt die Altersgruppe von 15-16 Jahren, die im 1. Lauf am schlechtesten abschneidet, ihre Leistung aber bei weitem am deutlichsten verbessern kann, also motorisch am meisten vom Programm profitiert.
Auch bei Betrachtung der einzelnen Schulen sieht man, dass das Selbstverteidigungstraining bei Schülerinnen mit schlechterer Ausgangsleistung deutlichere Erfolge in Bezug auf eine Verbesserung der motorisch-koordinativen Fähigkeiten zeigt.
Verbesserungen des Selbstwertgefühls
Auch in Bezug auf das Selbstwertgefühl zeigen sich signifikante Verbesserungen in den Rohwerten der Schülerinnen in allen drei Bereichen Schule, Familie und Freizeit sowie im Gesamtwert. Werden die Rohwerte allerdings zu Interpretationswerten verrechnet, zeigen sich signifikante Veränderungen von der 1. auf die 2. Befragung nur mehr in den Bereichen Freizeit und Familie sowie im Gesamtinterpretationswert. Keine signifikante Verbesserung zeigt sich im Bereich Schule.
Teilt man die Schülerinnen in Altersklassen, so zeigen sich sowohl bei den jüngsten (11-12 Jahre) als auch bei den ältesten Schülerinnen (17-19 Jahre) in allen drei Bereichen Schule, Familie und Freizeit und auch im Gesamtinterpretationswert keine signifikanten Verbesserungen im Selbstwertgefühl. Die Schülerinnen der Altersklasse 13-14 Jahre verbessern sich signifikant in den Bereichen Freizeit und Familie sowie im Gesamtwert, im Bereich Schule allerdings nur bei den Interpretationswerten.
Die Gruppe der 15-16jährigen Schülerinnen sind diejenigen, die sich im Selbstwertgefühl in allen Bereichen signifikant verbessern und damit vom Selbstverteidigungstraining am meisten profitieren. Diese Altersgruppe zeigt auch mit Abstand die meiste Verbesserung in Bezug auf die motorisch-koordinativen Fähigkeiten, scheint somit also die Altersstufe zu sein, die auf das Programm am meisten anspricht, gefolgt von der Gruppe der 13 bis 14jährigen Schülerinnen.
Keine Zusammenhänge gibt es zwischen den Rohwerten der Befragungen und den Leistungen in den Läufen. Allerdings zeigt sich ein Zusammenhang zwischen den Verbesserung in den Läufen und den Verbesserungen der Rohwerte der Selbstwertskalen. Das bedeutet, dass Schülerinnen, die sich koordinativ-motorisch verbessern, auch Verbesserungen im Selbstwertgefühl zeigen und umgekehrt. Hochsignifikante Zusammenhänge zeigen sich auch zwischen den einzelnen Bereichen der ALS. Schülerinnen, die ihr Selbstwertgefühl in einem Bereich verbessern, verbessern es auch in den anderen Bereichen.
17.07.2009